Chronik

Die Bünder Badeanstalt befand sich früher zwischen der Bismarck- und
Elsebrücke. Vor der Inangriffnahme der Elseregulierung wurde eine Ver-
legung notwendig.

 

Der neue Ausbau erfolgte in größerem Ausmaß für die Stadt Bünde und
die Gemeinde Ennigloh in dem Bruchgelände bei dem Einfluss der kleinen
Else. Das Elsebett wurde in Länge der Badeanstalt erheblich verbreitert;
das durchfließende Wasser verlangsamte sich dadurch ganz wesentlich.

Bald zeigt sich, dass der gewählte Platz insofern ungeeignet war, als
durch die geringe Wassergeschwindigkeit sich die mitgeführten Schweb-
stoffe ablagerten und die Badefläche verschlammten. Günstige Voraus-
setzungen für den dauernden Betrieb einer Badeanstalt waren somit
nicht gegeben. Die Unterhaltungskosten überstiegen durch die jährlich
notwendige Beseitigung des Schlammes auf die Dauer jedes vertretbare
finanzielle Maß.

Nachdem einige Sitzungen der Badekommission stattgefunden hatten,
beschloss die Gemeinde Ennigloh ein eigenes Bad im Dustholz in Aus-
führung eines Badebeckens aus Beton herzustellen. Bürgermeister
Dr. Moes, über diesen Beschluss sehr überrascht, gab sich viel Mühe,
auch für Bünde ein möglichst zentral gelegenes und schönes Bad zu
schaffen. Bünde kaufte auf seinen Vorschlag die für eine Badeanstalt
sehr günstig gelegenen Steinmeisterschen Fischteiche. Der Entwurf für
die Badeanstalt stammt von einem Spezialisten in Bielefeld. Die Aus-
führung wurde der Firma Struck übertragen.

Bünde erhielt damit in Lage und Ausführung eine der schönsten Bade-
anstalten der näheren und weiteren Umgebung. Zugleich sollte das
umliegende Gelände als Park angelegt werden. Durch die Kriegsver-
hältnisse ist dies vorläufig unterblieben.

Nach den damaligen Bestimmungen durfte die Stadt für derartige Zwecke
kein Geld aufnehmen, weswegen die Stadtwerke beauftragt wurde, den
Bau in Angliederung an die anderen Werke zu übernehmen und zu finan-
zieren. Durch Zurverfügungstellung einer Anleihe des Gaswerks in Höhe
von RM 50 000.-- die noch nicht in Anspruch genommen war und durch
Verzicht der  Stadt an Gewinnabführung war es den Stadtwerken möglich,
die Bausumme von RM 180 000,-- aufzubringen.

Eine völlige Angliederung an die Stadtwerke konnte aus steuerlichen Grün-
den nur einige Jahre aufrecht gehalten werden, da ein Bad nicht als werben-
der Betrieb anerkannt wurde.

Im Jahre 1938 erfolgte die Übergabe an die Stadt. Die Verwaltung ist hin-
gegen den Stadtwerke verblieben. Der sommerliche Betrieb wird auch wäh-
rend des Krieges trotz des Kräftemangels aufrecht erhalten, um damit ins-
besondere zur körperlichen Ernüchterung der Jugend beizutragen.